moreloveBerührungs-ArtNempathiewerkstatt
womitwirkonfliktelösen

Marshall B. Rosenberg, PhD

MBR_10/1934 - 2/2015

Dr. Marshall B. Rosenberg entwickelte die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) & begründete 1984 das Center for Nonviolent Communication (CNVC) in den USA (Albuquerque, New Mexico).

 

Wie kam es dazu?

 

"Weil ich glaube, dass die Freude am einfühlsamen Geben und Nehmen unserem natürlichen Wesen entspricht, beschäftige ich mich schon viele Jahre meines Lebens mit zwei Fragen:

  • Was geschieht genau, wenn wir die Verbindung zu unserer einfühlsamen Natur verlieren und uns schließlich gewalttätig und ausbeuterisch verhalten?
  • Und umgekehrt, was macht es manchen Menschen möglich, selbst unter den schwierigsten Bedingungen mit ihrem einfühlsamen Wesen in Kontakt zu bleiben?

 

Ich begann mich mit diesen Fragen in meiner Kindheit, während des Sommers 1943 zu beschäftigen, als unsere Familie nach Detroit, Michigan, umzog. In der zweiten Woche nach unserer Ankunft brach wegen eines Zwischenfalls in einem Park ein Rassenkrieg aus. Mehr als vierzig Menschen wurden in den nächsten Tagen getötet. Unser Viertel lag im Zentrum der Gewalt, und wir sperrten uns drei Tage lang zu Hause ein.

 

Nachdem der Rassenkrawall zu Ende war und die Schule wieder anfing, entdeckte ich, daß ein Name genauso gefährlich sein kann wie eine Hautfarbe.  Als der Lehrer bei der Anwesenheitskontrolle meinen Namen aufrief, starrten mich zwei Jungs an und zischten: "Bist du ein 'kike'?" Ich hatte dieses Wort noch nie gehört und wußte nicht, daß es eine abfällige Bezeichnung für Juden ist. Nach der Schule warteten die beiden auf mich. Sie warfen mich zu Boden, traten und verprügelten mich.

Marshall Rosenberg mit Tallit & Kippa

 

Seit jenem Sommer 1943 widme ich mich der Erforschung der beiden besagten Fragen. Was gibt uns die Kraft, die Verbindung zu unserer einfühlsamen Natur selbst unter schwierigsten Bedingungen aufrechtzuerhalten? ... "

 

Aufgrund dieses Interesses promovierte er 1961 zum Doktor der Psychologie.

 

Während seiner Arbeit für die Bürgerrechtsbewegung in den USA, Ende der 1960er-Jahre, im Rahmen von Anti-Rassismus-Projekten in Großstadtghettos, entdeckte er Empathie (Einfühlung in einen anderen Menschen) als »goldenen Schlüssel« für die Kommunikation in Krisensituationen und entwickelte während der folgenden 20 Jahre die vier Schritte der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) .

 

Rosenberg sagt über seine Methode, dass alles, was in der Gewaltfreien Kommunikation eingesetzt wird, seit Jahrhunderten bekannt ist. Er bezieht sich dabei des Öfteren auf Mahatma Gandhi, der mit "Gewaltfreiheit" der indischen Freiheitsbewegung zum Sieg verholfen hat.

 

Als Schüler von Carl Rogers (1902 - 1987), der in den 1940er-Jahren die Humanistische Psychologie ausbaute und die Klientenzentrierte Gesprächstherapie entwickelte, übernahm Rosenberg die Hervorhebung von Empathie und Gefühlen für Kommunikationskonzepte. Er erweiterte diesen Ansatz jedoch, indem er die Bedürfnisse von Menschen direkt verbal mit Gefühlsäußerungen verknüpfte.

 

Gewalt als Krankheit oder Störung?

 

Er spricht später davon, wie ihm in seiner Arbeit als Psychologe immer schwerer fiel, die dort vorherrschenden Prämissen mitzutragen. Er begann "... die wissenschaftlichen Einschränkungen  und die sozialen und politischen Gefahren der psychiatrischen Behandlung, wie ich sie gelernt hatte, zu erkennen: basierend auf der Betrachtung des Menschen als krankhaft."

 

"In der Psychologie habe ich gelernt, dass Menschen, die gewalttätig sind, eine Störung haben. Ich glaube, dass es eine vereinfachende und gefährliche Perspektive ist, zu meinen, dass Gewalttätigkeit eine Krankheit ist. Ich wünschte, es wäre so einfach.

 

Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass es um Sprache und Kommunikation geht. Die Antwort auf die Frage nach der Ursache von Gewalt liegt in der Art und Weise, wie wir gelernt haben zu denken, zu kommunizieren und mit Macht umzugehen." (*, Seite 11)

 

Die Bedeutung von Sprache...

 

"... Als ich mich mit den Umständen beschäftigte, die unsere Fähigkeit beeinflussen, einfühlsam zu bleiben, war ich erstaunt über die entscheidende Rolle der Sprache und des Gebrauchs von Wörtern. ... (In der GFK werden) "aus gewohnheitsmäßigen, automatischen Reaktionen bewußte Antworten, die fest auf dem Boden unseres Bewußtseins über das stehen, was wir wahrnehmen, fühlen und brauchen.

 

Wir werden angeregt, uns ehrlich und klar auszudrücken und gleichzeitig anderen Menschen unsere respektvolle und einfühlsame Aufmerksamkeit zu schenken. ...

 

Da die GFK unsere alten Muster von Verteidigung, Rückzug oder Angriff angesichts von Urteilen oder Kritik umwandelt, kommen wir immer mehr da hin, uns selbst und andere sowie unsere innere Einstellung und die Dynamik unserer Beziehungen in einem neuen Licht zu sehen."

... und noch viel mehr!

 

"Obwohl ich von der GFK als einem "Prozeß der Kommunikation" oder eine "Sprache der Einfühlsamkeit" spreche, ist sie mehr als ein Prozeß oder eine Sprache. Auf einer tieferen Ebene ist sie eine ständige Mahnung, unsere Aufmerksamkeit in eine Richtung zu lenken, in der die Wahrscheinlichkeit steigt, daß wir das bekommen, wonach wir suchen."


Anmerkung: Alle sonst hier angeführten Zitate von Marshall B. Rosenberg entstammen seinem Buch...°

 
 
kontakt | impressum | sitemap | agb's | Datenschutz | Seite: 2588